"uf em falsche Dampfer"

Lustspiel in 3 Akten von Peter Herzog und Rolf Staudenmann

zur Geschichte

Wir befinden uns auf der "MS SANTA DONJA" einem luxuriösen Kreuzfahrtschiff, irgendwo im Mittelmeer. Für Unterhaltung wurde u.a. die Theatergruppe Wildfang engagiert. Das Wetter ist ausgezeichnet und somit verleben wir herrliche und ruhige Tage auf dem Schiff, Alles völlig ohne Turbulenzen. Oder? Die Theatergruppe hat nämlich Pech. Zwei Schauspieler sind ausgefallen und somit muss nach Ersatz gesucht werden. Dass dies nicht ohne Pannen geht dürfte wohl klar sein. Zum guten Gelingen trägt auch die immer wieder auftauchende Touristin Nelly Würmli nicht bei und schon gar nicht das auffischen eines Schiffbrüchigen. Das Chaos an Bord ist eröffnet. Hoffen wir nur, dieser Sturm klingt irgendwann glimpflich ab.

Mitwirkende

Darsteller
Personen
Sandro Pianta Vito Solante Regisseur
Cornelia Schmid Tabea Schauspielerin
Rolf Staudenmann Eduard von Ballmoos Textilfabrikant
Irène Brun Kern Sarah von Ballmoos seine Frau
Thomas Zahno Dr. Karl Aebi Arzt
Martin Herzog Werner Ständerat
Helene Naeher Cengia Rafaella Feriengast
Theres Dittli Nelly Kegelmeisterin
Peter Herzog
Regie
Ruth Dörig
Regieassistentin
Andrea Pianta-Böni
Maske
Irène Brun Kern
Maske
Karl Böni
Kulissenbauer
Christoph Wasser
Kulissenmaler


Aufführungsdaten

Samstag 22. März 03 19.30 Uhr Uraufführung
Sonntag 23. März 03 14.30 Uhr
Mittwoch 26. März 03 19.30 Uhr
Freitag 28. März 03 19.30 Uhr
Samstag 29. März 03 19.30 Uhr
Mittwoch 02. April 03 19.30 Uhr
Samstag 05. April 03 19.30 Uhr Dernière

Epilog 2003

Montag den 7. April 2003. Nach über zwanzig Proben und sieben Aufführungen wurde zum Abräumen geblasen. Die herrliche Bühnendekoration samt Rehling, Treppe, Fensterverkleidung und Bar, werden in wenigen Stunden nur noch auf Fotos zu sehen sein. Die Szenerie zum Stück «uf em falsche Dampfer» hat ausgedient. An jeder Ecke wird geschraubt, auseinandergerissen und alles fein säuberlich versorgt. Sprüche werden geklopft und einige Erinnerungen ausgetauscht. Das Bühnenbild hat seine Schuldigkeit getan und erst in zwei Jahren dürfen sich all diese Kulissenwände wieder zur Verfügung stellen.Auf dem Bühnenboden kauernd war ich mit Entfernen von Farbflecken beschäftigt. Zeugen einer perfekten Gestaltung des Bühnenbildes. Nun war die Bühne endgültig leer. Die Rehling abgebaut, Treppe und Wandelemente der Kleiderkammer verschwunden. Auch der geniale Himmelaufbau, all die kleinen Details des Bildes, alles weg. Stille. – Stille auch im kahlen Saal. Meine Kumpels verschwanden mit Requisiten in untere Lagerräume. Schritte hinter mir. Ich schaute auf und meine Blicke trafen die meines Theaterfreundes. Einige Sekunden verharrten wir in stiller Hilflosigkeit. Augen können in kürzester Zeit Geschichten austauschen. Geschichten, die eben keine weiteren Worte benötigen. Es ist zu Ende! – Nach einem halben Jahr Üben, Vorbereiten, Gestalten, ist’s nun endgültig aus. Der letzte Applaus längst verhallt und mitunter nun auch alle Spuren der Theateraufführung beseitigt. Und unsere Blicke? Wir sagten kein Wort! – Melancholie, oder Ironie des Schicksals? Melancholie sicherlich. Doch bringt nicht gerade sie die schönen Erlebnisse im Leben nachhaltig in unsere Erinnerung zurück? Schicksal? Ich frage mich noch heute, warum in einem gähnend leeren Saal, auf der abgeräumten Bühne und bei dieser Totenstille zwei so theatervernarrte Freunde aufeinandertreffen?! Ich werde diesen Moment wohl nie vergessen. - Wir arbeiten wortlos weiter und als wir bald darauf mit den Arbeiten zu Ende waren, blieb wirklich nur noch die Erinnerung an eine tolle Spielzeit. Unsere gesellschaftliche Aufgabe als Theatergruppe haben wir absolut erfüllt. Wir durften viele Menschen bestens unterhalten und sie, in dieser kriegserfüllten Welt, für Stunden in eine fröhliche, friedliche Geschichte entführen.

Ciao MS Santa Donja. –

Euer Rolf